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Alexandre Daigle: Der «Womanizer»
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Alexandre Daigle |
Alexandre Daigle: Der «Womanizer»
Ein neuer HCD-Ausländer wird für Furore sorgen - in jeglicher Beziehung: Mit Alexandre Daigle hat sich der HCD einen der schillerndsten Figuren des Eishockeys der letzten 15 Jahre ins Boot geholt. Im Vergleich zu seinen «Abenteuern» sind die Eskapaden Todd Eliks Kaffeehaus-Geschichten.
Die Information ging um wie ein Lauffeuer: Alexandre Daigle soll bald beim HC Davos unterschreiben. Dieser Transfer ist fast noch sensationeller, als diejenigen mit den NHL-Lockout-Spielern. Denn Alex Daigle ist kein NHL-Profi wie jeder andere.
Alex Daigle wurde auch dem SC Bern angeboten, aber diese sagten «Um Gottes Willen, nein!» Eine Verpflichtung dieses schwer zu führenden «Sonderfalls des Eishockeys» sei ein zu hohes Risiko. Doch der HC Davos griff dennoch zu. Denn Arno Del Curto wird auch einen «Unzähmbaren» wie Alexandre Daigle zu führen wissen.
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Supertalent und Frauenheld
Alex Daigle - Eishockey-Supertalent, Schauspieltalent, schwer zu führen, ein «Schillerfalter erster Kategorie». Dieser Spieler gilt bei allen General Managers in der NHL als «Sonderfall», als Risikofaktor. Schwer zu führen, wankelmütig, aber mit einem riesigen Talent ausgestattet. Der rechte Flügel, der auch Center spielen kann, wurde in seinem Jahrgang sogar höher gehandelt als die künftigen Superstars der NHL Saku Koivu, Paul Kariya, Jason Allison oder Chris Pronger. Er war «DER» Star in der Juniorenliga QMJHL und ein Frauenheld dazu.
Aber: Nach sechs erfolglosen Jahren in der NHL und verschiedenen Wechseln, nahm der «Womanizer der NHL» eine Auszeit und widmete sich der Schauspielerei. Zudem umgab sich der «Beau» zunehmend den schönen Frauen aus Mode und Schauspielerei. Er füllte die Gazetten nicht mit Topleistungen auf dem Eis, aber dafür auf einem anderen Parkett. Bevor er im Jahre 2003/04 zu den Minnesota Wild wechselte, galt er als NHL-«Gescheiterter», als einer, der aus seinem Talent am wenigsten herausgeholt hatte.
Die «Odyssee» des Alexandre Daigle
Doch unter dem unbarmherzigen Jacques Lemaire in Minnesota, lernte Daigle, was «beissen» heisst, wandelte sich vom Saulus zum Paulus und wurde bester Skorer der Mannschaft. Im Jahre 1993 wurde Alexandre Daigle von den Ottawa Senators, damals ein «Expansion Team» als Nummer 1 overall gedraftet. Nach Thornton und Nash wird also erneut einer der schillernden Figuren unter den Nummer Eins-Drafts im Landwassertal seine Zelte aufschlagen.
Er galt damals als das grösste Talent seines Jahrgangs, nachdem er in Victoriaville in der QMJHL, der Juniorenliga Quebecs wie einst Lemieux und zuletzt Crosby seine Duftmarken setzte. 110 und 137 Punkte erzielte er damals in einer Saison und überragte alle Spieler des Jahrgangs 1975. In seiner ersten NHL-Saison in Ottawa schlug er sich noch passabel, aber dann ging es bergab mit ihm. Bis er im Jahre 2000 sich entschloss, nach Los Angeles zu ziehen und als Schauspieler sein Glück zu versuchen.
Baywatch Girl und eine berühmte Sängerin waren seine Eroberungen
Glück hatte er, ausser als Schauspieler in diversen Werbespot-Auftritten, allerdings nur nach dem Motto «Pech im Beruf, Glück in der Liebe» bei seinen Eroberungen. Pamela Anderson oder Sherryl Crow waren fortan seine Gespielinnen statt etwa Mario Lemieux. Nach zwei eher flauen Jahren im Showbusiness widmete sich Daigle wieder dem, was er eigentlich am besten konnte: Dem Eishockeyspielen.
Doch wer sollte diesem wankelmütigen, schwer zu führenden Beau noch eine Chance in der NHL geben? Pittsburgh und schliesslich Minnesota gaben ihm seine dritte NHL-Chance und unter dem «härtesten Hund der Liga», Jacques Lemaire, wandte sich der Saulus zum Paulus. Daigle wurde sogar im Jahre 2003/04 zum besten Skorer der Minnesota Wild. Dass er führbar ist, wurde also bewiesen, und dass eine harte, konsequente Hand den «unzähmbaren Widerspenstigen» zu einem guten Teamplayer machen kann, auch. Wer denn ausser Arno Del Curto wäre prädestiniert dazu, einen weiteren «Problemspieler» zu einem «Musterprofi» zu formen?
«Ein Fall für Arno»
Marc Lüthi, dem Manager der SC Bern, wurde Daigle ebenfalls angeboten. Dieser sagte sofort nein. Zu riskant wäre diese Verpflichtung. «Uns wurde davon abgeraten, ihn zu nehmen. Als Spieler ist er eine Granate, aber man weiss eben nie mit solchen Spezialfällen. Zu Davos passt er mit seinem Spielstil gut und Arno Del Curto ist einer, der solche Spieler sehr gut behandeln kann. Wir gingen das Risiko nicht ein, aber in Davos könnte es klappen. Arno hat ja auch schon andere Spezialfälle gezähmt», sagte der SCB-Manager mit einem leichten Grinsen. Und so ist man in Davos gespannt auf eine neue Folge von «Ein Fall für Arno». Wird Daigle in die Fussstapfen von Kai Nurminen oder von Joe Thornton treten?
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