"Ein Wort ist für mich ein Wort", lautete einer der Lebensgrundsätze von Fausto Mazzoleni. Mit dieser Geradlinigkeit und Entschlossenheit hat sich der gebürtige Churer während seiner Davoser Zeit zu einem der zuverlässigsten Defensivspieler des Landes entwickelt. Begonnen hat er seine Karriere als Dreikäsehoch. Direkt neben der Churer Kunsteisbahn aufgewachsen, machte "klein Fausto" auf seinen "Rutscherli" schon bald einmal die Eisfläche unsicher. Als Viertklässler spielte er aber erstmals mit den Junioren des EHC Chur, mit 15 Jahren bereits im Fanionteam. Und nach dem Aufstieg seines Stammklubs in die Nationaliga B wechselte er damals nach nicht 20jährig 1980 nach Davos. Mazzloeni schaffte den Sprung von der 1. Liga in die oberste Spielklasse problemlos. Bis Mitte der achziger Jahre arbeitete er sich zum Nummer 1 unter den Schweizer Verteidigern hoch. Logischerweise zählte er auch in den Davoser Meisterjahren 1984 und 1985 zu den Teamstützen. Während Ron Wilson als Verteidiger im ersten Block feuerwerkte, was Mazzoleni mit Claude Sougel an der Seite der Lenker und Denker in der zweiten Formation. Verteidiger seines Schlags besassen und besitzen im Schweizer Eishockey nach wie vor Seltenheitswert: Er schiesst Tore, schlägt genaue Pässe, verfügt über eine hervorragende Spielübersicht und ist nicht zuletzt dank seiner Wendigkeit seinem ausgezeichneten Positionsspiel und auch seinen körperlichen Qualitäten mit seinen 194 Zentimetern Länge und einem Gewicht von 90 Kilogramm für jeden ein kaum zu überwindendes Bollwerk.
Mazzoleni hat viel Talent bereits mitbekommen, er hat es mit seiner seriösen Einstellung aber auch verstanden, noch mehr daraus zu machen."Sobald ich zur Tür hinaustrete und zum Training gehe, denke ich nur noch an den Sport", ist eine für ihn sehr typische Aussage. Er betrachtet es als Privileg, ein Spitzen-Eishockeyspieler zu sein, und ist in dieser Funktion auch bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Auf die Frage, worüber er sich richtig ärgere, beginnt er nicht mit den anderen:"Über mich selber, wenn ich beispielsweise in einem Spiel einen Fehler begehe, der mit meiner Erfahrung einach nicht mehr passieren dürfte."
Mazzoleni hat sich bei allen Gegenspielern mit seiner intelligenten Spielweise und seiner kompromisslosen Haltung den nötigen Respekt verschafft, hingegen nie mit brachialer Gewalt, wie es aufgrund seiner kräftigen Statur durchaus möglich wäre. Diese faire Art würdigten auch die Fans. In einer von Schweizer Eishockeymagazin "Slapshot" durchgeführten Umfrage, wählten die Leser den Davoser Verteidiger 1987 mit grossem Abstand zum beliebtesten Spieler des Jahres. Nicht allein seine Leistungen auf dem Eis sondern auch sein sportliches Auftreten machten aus dem damaligen Captain der Schweizer Nationalmannschaft "King Fausto". Dank seiner sportlich vorbildlichen Haltung war und ist er immer noch ein gern gesehener Gast, auch wenn er auf fremden Eisbahnen keine Geschenke macht. Für ihn stand immer der Sieg, das Wohl seiner Mannschaft im Vordergrund.
Als Davos 1989 in die Nationaliga B abstieg, wählte Mazzoleni bei der Suche nach einer neuen Herausforderung nicht einen bereits bestandenen Topklub wie etwa Lugano oder Bern, sondern den EHC Kloten als neuen Arbeitgeber. Die "Flieger" verrieten damals vielversprechende sportliche Perspektiven. Im Sommer 1990 drohte dem Verteidiger wegen eines Kreuzbandrisses das Karriereende. Mazzoleni biss sich aber durch die einjährige Verletzungspause durch und kam in alter Stärke zurück. Als Kloten 1993 Schweizer Meister wurde und diesen Triumpf im folgenden Jahr wiederholte, zählte er bei den "Fliegern" zu den Schlüsselspielern. In der nächsten Saison brachte der Bündner auch den EV Zug in neue Höhen. Nach einer beeindruckenden Dominanz in der Qualifikation gelang es erst Kloten im Play-off-Final den Zuger Sturmlauf zu stoppen. |