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«Es ist nicht immer einfach, neben mir zu stürmen ...»
Wohl kein zweiter Davoser sorgte für dermassen viel Emotionen in Kloten wie Mathias Joggi. Der HCD-Stürmer äussert sich im Interview zur Serie gegen die Flyers, seiner Rolle als Center und dem «Genuss», Fan-Buhmann zu sein.
Mit Mathias Joggi sprach Kristian Kapp
Mathias Joggi, haben Sie gut geschlafen nach dem Spiel in Kloten am Donnerstag?
Mathias Joggi: Eigentlich schon. Da hatte ich kein Problem.
Gehören Sie nicht zu jenen, die während den aufwühlenden Playoffs Mühe bekunden, nach den Spielen schnell einzuschlafen?
Ein wenig schon. Ich habe noch ein bisschen Fernseh geschaut. Dabei lässt du dir normalerweise Bilder und Szenen des Spiels zuvor nochmals durch den Kopf gehen, damit du weisst, was du im nächsten Spiel besser machen willst.
Nicht nur der HC Davos als Team, sondern auch Sie persönlich erlebten eine turbulente Partie in Kloten ...
Ja, unsere Linie kassierte zwei Gegentore im Schlussdrittel. Ich persön- lich machte einen blöden Fehler vor dem 4:6. Das ist schade. Wenn wir und die dritte Linie bloss 0:0 gespielt hätten, wären wir als Sieger vom Platz. Aber es ist klar, «hätte», «wäre» und «könnte» bringt nichts. Wir müssen jetzt vorwärts schauen auf die nächste Partie und die letzte abhaken.
Viel Zeit bleibt in den Playoffs ja nicht, es geht Schlag auf Schlag, jeden zweiten Tag ...
Ja, und das liebe ich. Ich spiele lieber statt zu trainieren. Aber das geht wohl jedem anderen Spieler auch so. (lacht).
In Kloten standen Sie am Donnerstag auch im Mittelpunkt bei «Privatduellen» mit Flyers-Topskorer Tommi Santala. Ging er Ihnen unter die Haut?
Das merke ich kaum. Es ist wichtig, cool zu bleiben und nicht zurückzuschlagen. Ich habe mir das vorgenommen und habe es, so glaube ich, bis jetzt auch gut umgesetzt. Ich bin ja sonst schon eher einer, der auch gerne austeilt.
Nicht Sie, aber Ihre Teamkollegen Thomas Wellinger und Josef Marha kassierten am Donnerstag genau diese so genannten unnötigen Strafen wegen Zurückschlagens. Will man diese eigentlich nicht immer vermeiden?
Ja, oft ist es halt nicht einfach. Wir kassieren generell zu viele Strafen. Wir haben ja jetzt schon nach zwei Partien gegen Kloten fast doppelt so viele Strafen wie der Gegner. Aber daran haben wir uns eigentlich bereits die ganze Saison gewöhnt. Das kann dich auch stark machen.
Die vielen Unterzahlphasen sind aber kräfteraubend ...
Ja, aber umgekehrt schöpft die Mannschaft daraus wieder Kraft, wenn diese Phasen ohne Gegentor überstanden werden.
Wie ist es eigentlich, in Kloten ständig der Buhmann vom Publikum zu sein?
Das ist mir sowas von egal. Ich werde auswärts lieber von 5000 Leuten ausgepfiffen statt beklatscht. Das macht mich nur stärker. Da war mein Check in der Qualifikation, der Marc Schulthess verletzte. Das war unglücklich und tat mir leid.
Am Donnerstag flog Klotens Justin Forrest nach einem weiteren harten Check Ihrerseits durch die Luft ...
Ja, und das war ein fairer Check.
Sie kommen seit einiger Zeit eigentlich gar nicht mehr so oft in Situationen, in denen Sie wuchtige Checks anbringen können. Statt als Flügelstürmer der Bande entlang auf und ab zu fahren, lässt Sie Trainer Arno Del Curto als Center mit grosser defensiver Verantwortung spielen. Wann waren Sie zuletzt Mittelstürmer?
Das muss noch bei den Junioren gewesen sein. (lacht)
Die Umstellung ist gross, gerade im Davoser System ...
Ja, ich brauchte auch sicher fünf bis sechs Spiele, um mich umzugewöhnen. Auch jetzt spiele ich es noch bei weitem nicht perfekt. Ich glaube aber auch nicht, dass der Trainer von mir erwartet, dass ich es jetzt schon perfekt beherrsche. Ich bin ja immer noch jung und habe nicht die Erfahrung wie die drei anderen Center Reto von Arx, Josef Marha und Sandro Rizzi.
Sind das sozusagen Ihre aktuellen Vorbilder?
Ja, auf jeden Fall. Ich versuche, so viel wie möglich von ihnen abzuschauen. Da kann ich noch viel lernen.
Womit bekundeten Sie am meisten Mühe bei der Umstellung?
Gerade mit den defensiven Aspekten. Mittlerweile spiele ich meine Rolle vielleicht sogar zu defensiv, da mir oft der Mut fehlt, etwas mehr nach vorne zu gehen und den Flügeln zu helfen. Diese Balance zu finden ist schwer. Ich weiss, dass es für meine Flügelstürmer nicht immer einfach ist, neben mir zu spielen. Aber ich versuche, mich stetig zu verbessern.
News vom 13.03.2010 |
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