Als "Lonny B.Good" wurde er bezeichnet: seine Spielweise entzückte die HCD-Fans. Doch dann kam nach einer Saison der Unlust wegen Differenzen mit dem HCD bei die Zäsur: Bei den ZSC Lions war er nie mehr der „Alte“. Jetzt sucht er einen Neubeginn bei Servette.
Lonny Bohonos war zweifelsohne - und ist wohl in Topform noch immer - einer der spektakulärsten Einzelspieler der NLA. Der Kanadier hatte mit seinen Toren und Assists einen wesentlichen Anteil daran, dass der HC Davos in der Saison 2001/02 die Playoffs dominierte und die Playoff-Finalserie gegen die ZSC Lions glatt mit 4:0-Siegen gewann.
Er war als Kunstschütze und intelligenter Scorer gefürchtet, genauso wie seine kleinen Mätzchen, welche ihn nicht immer pflegeleicht machten. Auch der Start in seine dritte Saison im blau-gelben Leibchen ist dem 29-jährigen Flügelstürmer gelungen. Und er war wiederum einer der Helden der Spielzeit, als man bis in die Finalserie 2002/03 vordrang und nur knapp an Lugano scheiterte.
Die Zäsur und der Einbruch
Doch dann kam er, der Einbruch und die grosse Zäsur: Die Lohnstreitigkeiten mit dem HCD, gepaart mit demonstrativer Unlust und ein Leistungseinbruch beschleunigten den Abgang eines der Helden der HCD-Meister- und Spengler Cup-Erfolgsjahre. Die eigene Unlust und die schwierige zwischenmenschliche Situation mit einigen wichtigen Personen beim HCD, waren für Lonny Bohonos ein Leistungshemmer.
Die ZSC Lions bissen an und verpflichteten den kanadischen Puckartisten mitten in der Qualifikation der letzten Saison. Doch im Hallenstadion wurde er nicht glücklich und musste sich für die aktuelle Spielzeit einen neuen Verein suchen.
Zuckerbrot und Peitsche
Dass ausgerechnet Servette an ihm Interesse bekundet, ist nicht verwunderlich. Chris McSorley kennt Bohonos und weiss, wie man mit „schwierigen Kandidaten“ umgehen muss. Sein Rezept wird heissen: Zuckerbrot und Peitsche! Disziplin und Spielfreude müssen sich nicht beissen und oftmals, das bewies auch die Saison mit Oleg Petrow, braucht er die „Schmetterlinge“ in einem Team mit lauter Arbeitsbienen. Und diese Rolle soll nun Bohonos erfüllen. Er ist der „Schmetterling“ von Servette Genf, der die vornehmlich „schweren und kräftigen“ Neuzugänge wie Bezina, Horak, Grosek, Johansson und Gobbi mit etwas Spielwitz komplettiert!
“So bin ich: Manchmal kommt ein Geistesblitz!”
Ex-NHL-Flügelspieler Bohonos, dessen beste Zeit in Vancouver war, gilt zudem noch als taktisch äusserst flexibel. Er kann sogar Verteidiger spielen. Bohonos: „Als ich erstmals in ein Team kam, war ich 5. Ich konnte bereits rückwärts fahren, was die meisten in jenem Alter noch nicht konnten. Jeder, der rückwärts fahren konnte, wurde vom Coach zum Verteidiger gemacht, was ich dann sieben Jahre lang blieb. Das ständige vor- und rückwärtsfahren hat sich auch positiv auf meine Grundschnelligkeit ausgewirkt. Ausser den Einsätzen in der NHL war ich stets Center, ich glaube, ich bräuchte etwa einen Monat Spielpraxis, um mich wieder zum Center umfunktionieren zu lassen.”
Doch nach wie vor gefällt er sich am liebsten als Flügelspieler. Bohonos: „Ja, dem kann man vermutlich zustimmen. Als Center hat man auf dem Eis andere Verantwortungen.” Und nicht zuletzt kennt man ihn auch als intuitiven Spieler. Der Kanadier abschliessend über sich selbst: „Oft wissen meine Mitspieler nicht, was der Bohonos im nächsten Augenblick tun wird. Und überhaupt, wenn nicht einmal mein eigener Mitspieler weiss, was ich tue, wie soll es dann der Gegner wissen? Das ist doch gut so ...”. (lacht)
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