Peter Guggisberg ist mit seinem Antritt der Schrecken jedes NLA-Verteidigers.
Er kann mit seinem Tempo auch jeden NHL-Verteidiger in Verlegenheit bringen.
Erwarte trotzdem nicht, dass er am Ende der nächsten Saison in die NHL wechselt.
Guggisberg, Rizzi, Ambühl. Sie bildeten die wahrscheinlich beste Sturmlinie des HC Davos im verlorenen Playoff-Final 2006 gegen den HC Lugano. Spektakulär, wie sie die gegnerische Abwehr durcheinander wirbelten. Bescheiden aber, was dabei herausschaute. Diese Sturmlinie hätte Entscheidendes bewirken können, aber sie machte schlicht und einfach zu wenig Tore. Trotzdem verstehen wir nicht, warum Peter Guggisberg kein Aufgebot für die WM in Lettland bekommen hat. Der antrittsschnellste Stürmer der Schweiz war nach seiner Schulteroperation im Mai 2005 so rich-tig in Fahrt gekommen, und ein internationaler Auftritt hätte seiner persönlichen Weiterentwicklung weiteren Schub verleihen können. Doch für ein Nati-Aufgebot trägt Guggisberg wahrscheinlich das denkbar ungünstigste Dress. Vielleicht ist die Nichtberücksichtigung für Guggisberg der Anstoss dazu, härter an sich zu arbeiten. Wir sehen zwei vordringliche Verbesserungsmöglichkeiten. Erstens: Guggisberg muss an seiner Persönlichkeit arbeiten. Mit Verlaub sei gesagt, dass wir in ihm einen jungen Mann erkennen, den der Volksmund gemeinhin als «Luftibus» bezeichnet. Er nimmt noch zu wenig Verantwortung für sein Tun und Handeln. Aufs Eisfeld übertragen: Guggisberg ist noch immer nicht klar, dass der Druck auf den gegnerischen Kasten und die daraus resultierenden Tore das Wichtigste im Leben eines Goalgetters sind. Dabei hat er alle Grundvoraussetzungen dazu, ein ganz Grosser seines Fachs zu werden. Er ist einer der absolut Schnellsten, technisch hervorragend und intelligent. Die zweite Verbesserungsmöglichkeit: Guggisberg muss noch härter werden, und wir sind uns sicher, dass Del Curto deshalb die Peitsche knallen lassen wird. Schafft Guggisberg diese Defizite aus der Welt, wird er sich nicht mehr mit einem Nati-Aufgebot begnügen. Dann ist nur die NHL, die beste Liga der Welt, für ihn gut genug.
Quelle, "EISHOCKEY-STARS 2007" |