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Remo Gross: der Gutmütige. |
"Etwas schöneres hätte ich mir gar nicht vorstellen können", strahlte Remo Gross am 11. März 1993 in der Davoser Spielerkabine. Eine Viertelstunde zuvor hatte er mit seinem Siegtreffer zum 4:3 über den EHC Chur den Aufstieg des HCD und damit die Rückkehr in die oberste Schweizer Spielklasse besiegelt. "Es war auch Zeit, dass ich endlich wieder mal traf", kommentierte der Stürmer sein Tor. "Viel brauchte ich allerdings gar nicht mehr hinzuzufügen, weil ich nach dem Pass von Gilles Thibaudeau goldrichtig stand." Eine typische Aussage für Gross. Er nahm sich selber nie für zu wichtig, sondern stellte sich während seiner langen Stürmerkarriere stets in den Dienst der Mannschaft. Remo Gross ist der einzige Spieler, der seit dem Ende der siebziger Jahre alle Höhen und Tiefen des Rekordmeisters miterlebt und in dieser Zeit mit dem HC Davos zweimal in die Nationaliga A aufgestiegen ist. In der Saison 1978/79 bezwang der HCD in seinem letzten Heimspiel und zum letzten Mal unter freiem Himmel Sion mit 11:3. Danach siegten die Bündner auch noch in Zug 5:4. Davos war NLB-Meister und Aufsteiger. Im Kongresszentrum konnte die grosse Aufstiegsfeier steigen, "an der ich den ersten richtigen Rausch einfing", erinnert sich Gross, der damals 19 Jahre alt geworden war. Das seine schöne Zeiten gewesen, nicht nur, weil er im Aufstiegstrudel seine Lebenspartnerin Lilo kennengelernt hat. "Von Spielertrainer Paul-André Cadieux konnte ich unheimlich viel profitieren."
Nach der erfolgreichen ersten Saison im Oberhaus erlebte Gross mit dem HCD 1980/81 mit der Verbannung in die Abstiegsrunde den ersten Rückschlag. Danach verliess der Stürmer seinen Stammklub Richtung Kloten, "wo ich unter Trainer Andy Murray sehr viel lernen konnte und gerne noch eine weitere Saison geblieben wäre." So erlebte der Rückkehrer aber unter Dan Hobér die Erstarkung des Teams, die 1984 im Gewinn des 24. Meistertitels gipfelte. "Das war einer der eindrücklichsten Momente meiner Karriere", sagt Gross und erzählt lachend von der Meisterfeier, nach welcher das Team keine Gaststätte ausgelassen habe. "Aufgewacht bin ich dann anderntags auf meinem WC..." Den 25. Titel in der nächsten Saison verpasste Gross, weil er zu Lugano wollte, aber nur zum EHC Chur durfte. Kaum wieder im Schosse der "HCD-Familie", warteten schwierige Jahre. Der Stürmer war beim freien Fall in die 1. Liga dabei. Wie Jaques Sougel und Daniele Paganini blieb Gross dem Klub auch in dieser schweren Zeit treu. Um so mehr freute er sich 1991 über den sofortigen Wiederaufstieg in die Nationaliga B.Mit 22 Treffern und 21 Assists führte Gross die Skorerschlussrangliste in der Gruppe 1 der 1. Liga überlegen an. Als Tüpfchen aufs i bezeichnete er zwei Jahre später die Rückkehr in die oberste Spielklasse."Ein schönes Erlebnis und eine grosse Befriedigung", stellte jener Spieler fest, der damit den bewegten Kreislauf des HCD wieder schloss. Nach dem Motto: "Wenn Davos mich noch braucht, mache ich weiter, andernfalls beende ich meine Karriere" hängte Gross in der Nationaliga A noch eine Saison an. Seine gutmütige Art schätzte nicht nur der HCD-Vorstand, wo er bei der Vertragsverlängerung nie lange pokerte. Beliebt ist der Inhaber eines Sportgeschäftes auch bei den Davoser Buben geblieben, für die er sich immer Zeit nimmt, selbst wenn er noch so gestresst ist. |