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Reto von Arx: «Geile Siech» im gewollten Abseits
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Reto von Arx |
Reto von Arx: «Geile Siech» im gewollten Abseits
Nach den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City wurde er ausgemustert und fand nie mehr wieder den Draht zu Ralph Krueger. Obwohl Reto von Arx der nachweislich beste Schweizer Eishockeyprofi ist, wird er wohl unter Nationaltrainer Ralph Krueger nie mehr für die Schweiz spielen.
Jetzt, kurz vor den Olympischen Spielen 2006 von Turin, ist er in der Form seines Lebens, sein «Fall» wieder zur Polemik und Anlass zu vielen Diskussionen. Kann die Schweiz auf einen Spieler dieses Kalibers verzichten?
Im ersten Olympiakader von Ralph Krueger, welches in der zweitletzten Jahreswoche 2005 publiziert wurde, taucht kein einziger HCD-Spieler und somit kein einziger amtierender Meister auf. Weder Ambühl, Hiller, Christen, Guggisberg noch Riesen und erst recht nicht Reto von Arx. Intensive Gespräche zwischen Verband und seinem Trainer Arno Del Curto fanden statt, aber keines zwischen Reto von Arx und Ralph Krueger.
Noch immer ist der «Querschläger» Reto von Arx («Trademark» RvA), eine «Persona non grata» beim Nationaltrainer, dessen innigster Wunsch es ist, die Harmonie in seiner Truppe aufrecht zu halten. Reto von Arx, der beste Schweizer Eishockeyprofi der Gegenwart, passt nicht so recht in das Konzept der Wohlfühl-Truppe Kruegers und deshalb wird auch nicht auf Teufel komm´ raus um ihn gebuhlt. Auch der Protagonist RvA reisst sich nicht um ein Aufgebot und erwartet eher mit viel Spannung die Geburt seiner Tochter im Februar 2006 statt ein Aufgebot in die «Nati».
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Aggressivleader und Spielmacher in Personalunion
Die Person Reto von Arx hat in den letzten Jahren wie keine andere für Schlagzeilen gesorgt. Meistens waren es positive, manchmal aber auch negative. Einig ist man sich aber in allen Expertenrunden: Die Schweiz besitzt keinen Spieler mit so viel Spielintelligenz und Leadership wie RvA. Weder Martin Plüss, Patrick Fischer oder andere Schweizer Führungsspieler haben diese Aura eines RvA.
Denn was dieser offen und ohne Umschweife ausspricht, denkt er auch und lebt das vor, was er predigt: Er ist Aggressivleader und Spielmacher in Personalunion, ist der verlängerte Arm des Coaches, kann die Atmosphäre im Teamgefüge spüren, lenken und beeinflussen und man glaubt ihm jedes Wort. RvA ist kein Schwätzer, er ist ein «Original», ein «Typ». Ungeschliffen, aber auch teamkompatibel. Ausser für die Nationalmannschaft.
«Hockeygott»
Wenn man im Schweizer Sport vom «geile Siech» spricht, weiss jedes Kind: Damit ist Reto von Arx gemeint, der wohl talentierteste und eigensinnigste, aber auch kompletteste Schweizer Eishockeyprofi der letzten 10 Jahre! Er polarisiert wie kein anderer. Die einen nennen ihn «geile Siech» und haben eigens ein Lied für ihn komponiert. Von ihnen wird er als «Hockeygott» verehrt.
Wo Reto von Arx auftritt, sorgt er ohne sein Zutun für gespaltene Meinungen und exzessive Gespräche. Man mag ihn oder man mag ihn eben nicht. Dazwischen ist kaum Platz. Was aber alle unumwogen zugeben und wo sich alle einig sind: «RvA» ist eishockeytechnisch auf einem so hohen Level, dass man ihn seit Jahren getrost als den besten Schweizer Eishockeyspieler der Gegenwart bezeichnen dürfte.
Ein «echter MVP»
Die zeigte er auch heuer wieder in den Playoffs 2005. Wie schon 2002, als Davos letztmals Meister wurde und 2003, als man in die Finals vorstiess, war er der «Schweizer MVP», der hinter den ausländischen Stars das meisterliche Spiel orchestrierte. Sowohl als Defensivstürmer wie auch als offensiver Center ist er für jede Mannschaft Gold wert. Und in der Saison 2004/05 hat er sich sogar komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt und die Bühne für die NHL-Stars und ihre spektakulären Highlights frei gemacht.
Dennoch war er immer wieder auch Matchwinner und Aggressivleader. Reto von Arx ist und bleibt der effektivste und mannschaftsdienlichste Spieler der NLA mit Schweizer Pass. Ja, vielleicht sogar inklusive aller Ausländer? Er ist zudem die Respektperson im Team. Mit Arno del Curto als «väterlichen Trainer» kann er auch auf einen Coach zählen, der seine Qualitäten und Talente am besten einschätzen und nutzen kann.
Sein grösster Fehler und die Konsequenzen
Warum also spielt so ein Star, zweifacher Meister, einst sogar NHL-gedraftet und eine NHL-Saison bei den Chicago Blackhawks, nicht in der Nationalmannschaft? Seit den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City ist für ihn das Kapitel Nationalteam unter Ralph Krueger abgeschlossen.
In einer Sauftour nach dem enttäuschenden und überraschenden Ausscheiden aus dem Vieretlfinal-Rennen in der Vorrunde gemeinsam mit Marcel Jenni, wurden beide gebüsst und per sofort aus dem Olympiakader geschmissen. Sie mussten die Heimreise sofort antreten. Denn es stand noch ein Platzierungsspiel gegen Österreich um Rang 9 aus.
Krueger war sauer, bot aber Jenni und von Arx die Möglichkeit an, sich zu rehabilitieren. Jenni nahm an und wurde ein Jahr später wieder aufgeboten. Bei «RvA» war aber die Lust auf die «Nati» und das Vertrauen zu Krueger gebrochen. Alle Massnahmen zur «Versöhnung» schlugen fehl. Die Schweizer Nationalmannschaft verlor ihren grössten Topstar auf Jahre hinweg … und vielleicht für immer?
Experten schwärmen
Viele Experten kommen ins Schwärmen, wenn sie von Reto von Arx reden. So auch ZSC Lions-Sportchef Simon Schenk: «Er hat in den Playoffs mal wieder eine souveräne Leistung gezeigt und den HC Davos zum Titel geführt. Dabei stand er im Schatten der grossen Stars. Trotzdem hat er gute Arbeit geleistet und es beweist, dass wir uns zu Recht vor Monaten um seine Verpflichtung bemüht haben.
Von Arx ist ein kompletter Spieler, defensiv fleissig, bullysicher und offensiv wirkungsvoll.» Auch Peter Jaks, Sportchef bei Ambri-Piotta meint lobend: «Reto von Arx ist für mich der kompletteste Spieler, offensiv stark und er arbeitet defensiv viel. So absolviert er in jedem Spiel viele Kilometer, auch wenn er nicht so auffällig ist. Gleichzeitig ist keiner so effizient wie er.»
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| | 9. | Lugano | 0 | 0 | | 10. | Rapperswil | 0 | 0 | | 11. | ZSC Lions | 0 | 0 | | 12. | Zug | 0 | 0 | |
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