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    Plauderbox
    Name:
    Message:
    2015 Zahl wiederholen

    30.07.2010 13:39
    ZSC
    Es lebe die Fangemeinschaft des HCD!! Wer kommt von den jungen Wilden aufgrund der Erzählungen von Ambühl noch zum Z!!!

    30.07.2010 12:55
    davos 4-ever
    zsc niana meh nuno ida nati B.

    29.07.2010 16:52
    fan83
    bla bla bla bla bla

    29.07.2010 13:02
    ZSC
    @fan83 du hast ja Niveau. Aber von einem der offenbar alles viel fürher weiss ist ja nichts anderes zu erwarten

    29.07.2010 12:52
    fan83
    @marha to back
    nur i weisses scho vill länger

    29.07.2010 12:51
    fan83
    f... y.. zsc

     
     
    Saison 1984/1985 - Der Triumph in der Höhle des Löwe

    Daniel Poulin (links) und Bruno Kaltenbacher können Lance Nethery nicht stoppen.

    Guido Lindemann bringt Richi Bucher in Rücklage.

    Enrico Triulzi in Jubelstimmung.

    Spieler und Fans feiern die erfolgreiche Titelverteidigung.

    Ron Wilson und Lothar Batt nehmen HCD-Boss Gery Diethelm unter die Dusche.

    Der HC Davos blieb auch in der Saison 1984/85 in Schweizer Eishockey das Mass aller Dinge. In den höchsten Tönen wird die erfolgreiche Titelverteidigung im Sportjahrbuch "Sport-Hits 85" gelobt: "Wenn die Davoser auf dem Eis zum Tanz aufspielten, dann schlug kein Schweizer Eishockeyherz Ruhepuls. Was diese Mannschaft bot, war eine geballte Ladung aus Intelligenz, Kraft, Schnelligkeit und Technik, eine Synthese aus Abwarten, Kontern, Stürmen und <Überrollen>. Verkörpert wurde sie durch Spieler wie Torhüter-Showman Richi Bucher mit weiten Ausflügen und kurzen Reaktionszeiten, den Back Ron Wilson mit dem besten Pass der Liga, Verteidiger, Stürmer und zuletzt gar Topskorer in der Nationaliga A in Personalunion, durch Fausto Mazzoleni, mild in der Art, stark in der Tat, mit seiner Beweglichkeit, Vielseitigkeit und seinem ansatzlosen Weitschuss der beste Verteidiger mit Schweizerpass, Jörg Eberle, den zähen Marathonläufer auf dem Flügel, Lance Nethery die <Zweiweg-Dampfwalze> auf dem Centerposten, die nicht nur gegenerische Verteidiger plattdrückte, sondern immer auch defensive Aufgaben im Dienste der Mannschaft erfüllte, Nachwuchs-Mittelstürmer Segio Sougel, das <Gehirn> der jungen dritten Linie, bei dem sich subtile Technik mit Spielwitz und Übersicht paaren."
    Der Rekordmeister sicherte sich seinen 25.Titel bereits drei Runden vor Schluss und schaffte vor allem das, was letztmals zehn Jahre zuvor dem SC Bern gelungen war: den Titel erfolgreich zu verteidigen. Dass die Entscheidung ausgerechnet in Lugano fiel, auf dem Eis des letzten noch verbliebenen Rivalen, bedeutete für alle Davoser eine ganz besondere Genugtuung. Die Art, wie sich die Bündner in der stimmungsvollen Resega durchsetzten, war das Tüpfchen auf dem i. Obwohl in den traditionellen blau-gelben Auswärtsfarben antretend, bedeutete vor allem Ron Wilson für die heissblütigen Tifosi in der berüchtigten "curva nord" ein rotes Tuch. Sie empfingen den Amerikaner schon beim Einlaufen mit einem tosenden Pfeiffkonzert. Und während einer Zweiminutenstrafe bespuckten sie Wilson von der Tribüne aus. Als Luganos Goalgetter Kent Johannson in der 32. Minute das 4:0 für die Tessiner erzielte, flackterten bei den einheimischen Zuschauern gar Meisterhoffnungen auf. Sie waren aber nur von kurzer Dauer. Lothar Batt, Nethery und Mazzoleni brachten Davos noch im Mitteldrittel mit drei Powerplay-Toren innert genau 200 Sekunden wieder heran. Zu Beginn des Schlussdrittels stellte ausgerechnet Ron Wilson den Ausgleich her. Provozierend triumphierte der Amerikaner in der "curva nord", womit er die Tifosi zum Schäumen brachte. Enrico Triulzi, Batt und Nethery buchten die restlichen Treffer zum 7:5-Sieg und damit zum definitiven Gewinn der Meisterschaft.

    Die Art, wie Davos einen scheinbar hoffnungslosen 0:4-Rückstand noch in einen 7:5-Erfolg umwandelte, bezeichnete Trainer Dan Hobér als irgendwie typisch für den gesamten Verlauf der Meisterschaft. "Wir waren ja auch dort schlecht gestartet. Aber auf die Dauer kam zum Tragen, dass wir die ausgeglichenste Mannschaft von allen waren, dass wir mehr Substanz und somit mehr Reserven hatten als alle andern Teams. Dazu gesellte sich, dass die anfängliche Selbstzufriedenheit mehr und mehr durch Ehrgeiz und Siegeswillen abgelöst wurde. Auch wenn ich dies natürlich nicht beweisen kann, so glaube ich noch, das ich da in bezug auf meine Hartnäckigkeit und den Willen, im Training und Spiel immer hundert Prozent zu geben, doch eine gewisse Vorbildfunktion ausgeübt habe. Eishockey ist doch eine Sportart, in der es eigentlich nie zu spät ist. Ein Umsturz ist da immer möglich, sofern nur der entsprechende Wille vorhanden ist. Dies ist meine Philosophie, und die Spieler haben sie schliesslich zu ihrer eigenen gemacht."

    "Benzin" und Champagner gingen aus

    Weniger Lust zum Philosophieren hatten nach der Schlusssirene die Davoser Spieler in der Resega. Begehrter waren bei ihnen jene Champagnerflaschen, welche vor dem Match noch mit gemischten Gefühlen und heimlich in die Resega gebracht worden waren. "Alfio Molina hielt einfach super", begründete Nethery die Tatsache, dass die HCD-Tormaschinerie nur langsam auf Touren gekommen war. Für den Einbruch der Tessiner hatte der Kanadier des HC Davos eine simple Erklärung:"Lugano ging im letzten Drittel das <Benzin> aus.>> Auch den Davosern ging in der Resega nach Spielschluss bald einmal etwas aus: der Champagner. Im Gegensatz zum Lugano-"Benzin" liess sich dieser Mangel aber wieder beheben...

    Der Meister am Tabellenende

    Auf dem Weg zu ihrer erfolgreichen Titelverteidigung hatten sich die Davoser weit schwerer getan als in der Saison zuvor. Mit einem 7:5-Erfolg in Freiburg begann der HCD die Meisterschaft zwar so, wie man es von einem Favoriten erwartet. Schon im ersten Heimspiel gab es jedoch einen unerwarteten Dämpfer. Nach einer 4:2-Führung setzte es gegen Arosa eine 4:7-Niederlage ab. Bei den Schanfiggern hütete erstmals der deutsche Internationale Sigi Suttner für den verletzten Reino Sundberg das Tor. Der Notnagel wurde zum Matchwinner, obwohl er zuvor während sechs Monaten nach dem Konkurs seines Klubs Freiburg im Breisgau nie mehr auf dem Eis trainiert hatte. Die Derby-Pleite war für die Davoser offensichtlich noch keine genügende Warnung. Im nächsten Match kassierten sie beim 3:6 in Kloten gleich noch eine weitere Ohrfeige. Statt an der Tabellenspitze sah sich der Titelfavorit nach drei Meisterschaftsrunden plötzlich am Tabellenende. Dadurch bekam das erste Nationaliga-A-Derby in der Geschichte zwischen Davos und Chur eine pikante Ausgangslage: Letzter gegen Zweitletzter. Und die Platzherren entluden bei den Gästen allen Frust, der sich aufgestaut hatte. Der HCD deklassierte den Stadtklub mit 11:1. Wilson und Weber trumpften mit je fünf Skorerpunkten auf. "Heute" hätte sogar der sowjetische Super-Goalie Tretjak in unserem Tor nicht gut ausgesehen", stellte Churs Trainer Miroslav Bezrek zwischen dem Meister und dem Aufsteiger einen Klassenunterschied fest. Chur blieb später nur der Trost, dass es andern HCD-Gegnern nicht viel anders erging: Lugano wurde von Davos mit 11:3 und Langnau mit 10:3 abgefertigt. Im Emmental liess sich Wilson gleich acht Skorerpunkte gutschreiben. "Unglaublich, heute ist wirklich alles für mich gelaufen. So viele Punkte habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie in einem Match erzielt", bemerkte der Goalgetter beim Verlassen der Illfishalle. Weniger gesprächig zeigte er sich drei Tage später. Arosa verpasste dem HCD beim 10:3 ein "Stängeli", nachdem das Zwischenresultat nach 36 Minuten noch 3:3 gelautet hatte."Ich fühle mich wie ein nasser Pudel>" kommentierte Triulzi die Blamage. Wegen seiner unkonstanten Leistungen lag Davos nach 13 Runden wohl an zweiter Stelle, aber bereits sieben Punkte hinter dem souveränen Arosa. Noch vor der Weihnachtspause machte der Meister nach genau drei Vierteln des Qualifikationspensums den Rückstand aber wett. Auf dem Weg an die Spitze bezwang er unter anderem Arosa mit 10:2 und Chur dank sechs Nethery-Treffern mit 8:5.

    Der Meister-Express

    Das neue Jahr begann Davos Davos mit Torhüterproblemen. Nach Richi Bucher verletzte sich auch auch dessen Ersatz Beat Ruchti, so dass der Junior Cedric Lengacher bei der 3:7-Niederlage gegen Lugano zwischen den Pfosten stand. Beim 2:2 in Arosa gab Bucher anschliesend ein geglücktes Comeback und dem HCD den nötigen Rückhalt, damit er als Spitzenreiter und trotz halbierten Punkten mit einem Zähler Vorsprung auf Arosa zur Meisterrunde starten konnte. Dort war der Davoser Meister-Express nicht mehr zu stoppen. 6:4 gegen Kloten, 11:3 gegen Arosa, 12:2 gegen Biel, 4:2 gegen Fribourg, 8:3 gegen Lugano, 11:3 gegen Fribourg und 7:5 gegen Lugano lauteten die sieben aufeinanderfolgenden Siege, welche die erfolgreiche Titelverteidigung schon drei Runden vor Schluss bedeuteten. In der Folge gelang Biel beim 5:5 der einzige Punktegewinn über den neuen und alten Titelträger in der Meisterrunde überhaupt. Die Spannung an der Spitze der Skorerliste half mit, das der Ehrgeiz der Davoser bis zuletzt anhielt. Das zahlte sich aus.
    Mit 83 Punkten (39 Tore/44 Assists) gewann Ron Wilson als bislang einziger Verteidiger in der Geschichte des Schweizer Eishockeys die Skorerwertung der Nationaliga A. Auf der Zielgeraden fing er den Aroser Stürmer Merlin Malinowski noch ab, der praktisch während der ganzen Saison die Skorerwertung angeführt hatte.
    Die Würde des Meisters hatte dem HCD während der Saison zusätzliche Bürde Europacup gebracht. In der ersten Runde fertigte Davos zu Hause den ungarischen Champion Ferencvaros Budapest mit dem Steinzeitresultat von 17:4 ab. Die Osteuropäer hinterliessen einen derart hilflosen Eindruck, dass sie von den 1000 Zuschauern mit Applaus bedacht wurden, wenn sie nur schon in Richtung Davoser Tor schossen. Auf den Rängen machten bösartige Sprüche die Runde: "Weisst du, wie man Budapest die Internationalen von den andern Spielern unterscheidet?" - "Nein!" "Die Internationalen führen den Puck mit dem Stock, die andern gar nicht." Ein anderer Fan tat seiner Meinung über Budapests Torhüter Bona kund."Hoffentlich springt der nicht in den Westen ab. Sonst muss ihn der Zweitligist Brüch Davos noch nehmen." Beim Rückspiel machte es der HCD gnädiger. Er siegte nur noch 7:1. Den Grundstein zum problemlosen Erfolg legte er schon in den ersten elf Minuten mit drei Treffern in Minderzahl.

    Die Linesmen vergessen

    Auch die zweite Europacup-Hürde bewältigen die Bündner problemlos. Mit einem 11:2 gegen Feldkirch, bei dem sieben österreichische Internationale mitwirkten, sorgten sie schon im Hinspiel für klare Verhältnisse. Aufregung hatte es in den Davoser Reihen nur vor dem Match gegeben. Der Schweizerische Eishockey-Verband hatte vergessen, zwei Linesman zu nominieren. Kurzerhand sprang der Grüscher Heini Schmid ein, der die Partie genauso als Zuschauer hatte verfolgen wollen, wie Peter Padosai, der den deutschen Headschiedsrichter Böhm nach Davos begleitet hatte. Keine dicken Stricke zerriss der HCD beim Rückspiel. Er begnügte sich in Feldkirch mit einer lauen Pflichtleistung und einem mageren 6:6.

    Gegen das grosse ZSKA Moskau

    Schon weit erfreulicher waren die Perspektiven: Als nächster Gegner wartete das grosse ZSKA Moskau. Am 2. Januar 1985 traten die Davoser in der sowjetischen Kapitale an, wo sie mit 1:10 die erwartete Kanterniederlage kassierten. Allein schon der Gang in die Katakomben der besten Klubmannschaft Europas bedeutete für jeden HCD-Spieler einen Meilenstein in seiner Karriere. Noch nie zuvor hatte ZSKA Moskau eine Schweizer Klubmannschaft empfangen. Den einzigen Davoser Treffer erzielte Jörg Eberle. Zu einem eigentlichen Fest gestaltete sich das Rückspiel; es wurde in Davos mit der Meisterfeier gekoppelt. 6100 Zuschauer sahen eine ehrenvolle 4:7-Niederlage des Schweizer Meister und staunten ob der technischen und läuferischen Fähigkeiten der sowjetischen Puckzauberer. Das Prunkstück von ZSKA Moskau war der Paradeblock mit Alexej Kasatonow, Wjatscheslaw Fetisow, Sergej Markarow, Igor Larionow und Wladimir Krutow. Erst die zweite Geige spielten damals im ZSKA-Orchester Slawa Bykow und Andrej Chomutow, die seit 1990 mit Gottéron-Fribourg die Schweizer Eishockeyfans entzücken.

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