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    Plauderbox
    Name:
    Message:
    2715 Zahl wiederholen

    30.07.2010 13:39
    ZSC
    Es lebe die Fangemeinschaft des HCD!! Wer kommt von den jungen Wilden aufgrund der Erzählungen von Ambühl noch zum Z!!!

    30.07.2010 12:55
    davos 4-ever
    zsc niana meh nuno ida nati B.

    29.07.2010 16:52
    fan83
    bla bla bla bla bla

    29.07.2010 13:02
    ZSC
    @fan83 du hast ja Niveau. Aber von einem der offenbar alles viel fürher weiss ist ja nichts anderes zu erwarten

    29.07.2010 12:52
    fan83
    @marha to back
    nur i weisses scho vill länger

    29.07.2010 12:51
    fan83
    f... y.. zsc

     
     
    Saison 1988/1989 - Der Absturz in die Nationalliga B

    Jozef Golonka stellt die Weichen Richtung Abstieg.

    Fribourg-Goalie Daniel Eltschinger hechtet Serge Boisvert nach.

    Jacques Soguel (links) kümmert sich um Christian Weber.

    Michael Jäger zwingt den Berner Bruno Maurer in die Knie.

    Berns Reto Dekumbis wird von Fausto Mazzoleni, Lothar Batt und Richi Bucher aufsässig bewacht.

    Roland Simonet drängt sich zwischen Fredi Lüthi und Roger Thöny durch.

    Erster, Zweiter, Dritter, Vierter - seit 1985 war der HC Davos in der Schweizer Meisterschaft Jahr für Jahr einen Rang abgerutscht. Der Substanzverlust hielt auch in der Saison 1988/89 an. Lance Nethery, seit 1983 die offensive "Lebensversicherung" des HCD, wechselte zum SC Herisau in die Nationaliga B. An seiner Stelle sicherte sich der Vorstand die Dienste von Serge Boisvert. Der neue HCD-Stürmer war an den Olympischen Spielen im Februar in Calgary die Nummer vier in der Torschützenliste und im kanadischen Olympiateam gar der torgefährlichste Spieler gewesen. Ihm fehlten jedoch im Vergleich zu Nethery die Reisserqualitäten. Mit Thomas Müller und Philipp Neuenschwander zügelten neben Nethery zwei weitere der besten Davos-Stürmer ins Unterland. Ersetzt wurde die beiden Leistungsträger durch brave, willige Nachwuchsleute. Unter diesen Voraussetzungen änderten die Alarmzeichen eigentlich auf Sturm. Im HCD-Vorstand nahm die Warnung aber keiner ernst genug. Man hatte sich entschieden, das Wettrüsten der Konkurrenz mit all seinen finanziellen Folgen nicht mitzumachen und setzte auf den eigenen Nachwuchs. Von diesem empfahl sich aber nur gerade Mario Brodmann für höhere Aufgaben.

    Trügerische Zuversicht

    Prominent war immerhin der Name des neuen Trainers in Davos: Jozef Golonka wies nicht nur als ehemaliger 134 tschechoslowakischer Internationaler ein beeindruckendes Palmarès auf. Auch als Coach hatte sich der frühere Stürmer bereits einen guten Namen geschaffen. Die Zuversicht, dass es "Jozi" im Landwassertal schon richten würde, erwies sich als trügerisch - genauso wie der Meisterschaftsauftakt. Davos verlor zwar gegen die klare Nummer 1 im Schweizer Eishockey, den HC Lugano, aber nur mit 5:6. "Wenn die technische und taktische Disziplin stimmt, können auch wir gut spielen; leider haben sich die Akteure im ersten Drittel das wir mit 0:3 verloren, nicht an meine Anweisungen gehalten", ereiferte sich Golonka nach der Startniederlage."Seit vier Tagen hatte ich der Mannschaft an der Theorietafel erklärt, wie sie sich verhalten sollte, und trotzdem haben wir billige Gegentreffer einkassiert. Schüler erhalten Aufgaben, damit sie etwas lernen soweit werden auch wir es noch bringen."

    Das Eigentor des Jahres

    Der Optimismus des Trainers erhielt rasch die ersten Dämpfer. 1:6 in Kloten und 1:8 in Biel lauteten die ersten Auswärtspleiten. In Biel verliess Richi Bucher schon nach elf Minuten beim Stand von 0:4 deprimiert sein Gehäuse. Golonka war nach dem Match zwar nicht sprach-, dafür ratlos. "Am besten ist wohl, wenn ich mich morgen in die Sonne setzte und einmal fest nachdenke, denn das Ganze ist für mich ein Rätsel. Wir trainieren perfekt, die Spieler sind willig, wie ich dies in meiner Trainerlaufbahn noch nie gesehen habe, und dann können sie die Trainingsleistungen einfach nicht im Spiel umsetzen. Alles ist plötzlich wie weggeblasen." Auf die Frage, wie er seinen "Patienten" wieder auf die Beine bringen könnte, begann Golonka bereits, die Verantwortung abzuschieben: "Die Mannschaft war da, die Ausländer ebenfalls schon verpflichtet, als ich nach Davos kam. Bei unserem schmalen Kader sind Varianten kaum möglich. Ich muss einfach mit den vorhandenen Spielermaterial arbeiten; etwas anderes bleibt mir gar nicht übrig."
    Wie verunsichert die Bündner nach dem missglückten Saisonstart waren, dokumentierte einen Szene aus dem nächsten Spiel, als es gegen Zug eine 4:9-Heimschlappe absetzte: Headschiedsrichter Megert zeigte gegen Mike Kaszycki eine Strafe an, worauf Bucher sein Tor verliess, um einem sechsten Feldspieler Platz zu machen. Das realisierte Remo Gross aber nicht. Er spielte einen "blinden" Rückpass, damit seine Teamgefährten einen neuen Angriff lancieren können. In der eigenen Zone war aber niemand mehr, so dass der Puck zum 0:1 im leeren HCD-Tor landete...
    Den ersten Punkt sicherte sich der HCD erst im sechsten Match, als Boisvert in Überzahl fünf Sekunden vor Spielende zum 3:3 gegen Olten traf. Cam Plante spielte den Pass. Mit diesem Assist konnte der Verteidiger seinen Platz im Team aber nicht mehr retten. Plante, den der HCD vom EHC Basel geholt hatte, war in der Nationaliga A schlichtweg überfordert. An Stelle des Defensivspielers engagierte Davos schon mitte Oktober mit Fred Ledlin einen weiteren kanadischen Stürmer, der die Offensivmisere beheben sollte. Sein erster Einsatz für den HCD dauerte nur 28 Minuten. Dann wurde die Partie in Freiburg wegen dichten Nebels abgebrochen. Drei Treffer von Ledlin reichten damals in Bern nicht zum ersten Meisterschaftssieg des HCD (6:8). Dieser wurde erst in der neunten Runde gegen Ajoie Tatsache (4:3). Hoffnungen keimten bei Davos, als er just zu Beginn des dritten Viertels der Qualifikationsprogramms Ajoie erneut bezwang (7:2) und mit diesen beiden Punkten auf Kosten von Gottéron-Fribourg erstmals über den Tabellenstrich auf den achten Platz vorstiess. Noch vor Weihnachten verschlechterte sich die Situation für die Bündner nach Niederlagen in Biel (1:9) und Freiburg (2:5) wieder. Gleichzeitig kündete sich das Ende von Golonkas Tätigkeit in Davos an. Das Verhältnis zwischen dem Coach und der Mannschaft war zerrüttet. "Kein Einsatz, keine Konzentration; heute waren schlichtweg alle schlecht", hatte Golonka schon nach dem 1:7 gegen Bern festgehalten und ergänzt: "Das grenzt beinahe an Sabotage. Ich kann fast nicht mehr dazu stehen, Trainer dieser Mannschaft zu sein." Die Risse bestätigte auch Claude Sougel: "Wir kämpfen nicht mehr füreinander, wir sind keine Mannschaft mehr. Früher versuchte jeder, Fehler eines Teamkollegen auszubügeln. Heute funktioniert das nicht mehr." Auf Ende Dezember wurde der Vertrag mit Golonka vorzeitig aufgelöst und Ron Wilson, der am Spengler-Cup als Captain von USA Selects den Pokal in Empfang nahm, als Nachfolger verpflichtet.

    Wilson hatte seine Aufgabe allerdings unterschätzt. Er erfüllte seine Rolle als Hoffnungsträger in Davos nicht. Vielmehr benahm sich der Amerikaner, früher im gelb-blauen Dress der beste Verteidiger der Schweiz, wie ein Elefant im Porzellanladen. Nach der 0:9-Heimpleite gegen Zug entlud Wilson erstmals seinen Frust: "Beim HCD gibt es Spieler, die nicht einmal 20 Sekunden lang konzentriert ans Werk gehen können. In dieser Mannschaft hat es einige, die ganz einfach nicht wollen! Diese Spieler dürften eigentlich ihr Gesicht gar nicht mehr zeigen, wenn sie am Bankschalter ihren Zahltag abholen." Als Strafmassnahme musste das ganze Team unmittelbar nach Spielende den ganzen Match nochmals am Video ansehen. Nach dem Spiel in Lugano attackierte der Amerikaner Ref Henry Ehrensperger dermassen, dass der Trainer vom Verband gesperrt und auf die Tribüne verbannt wurde. Die langjährigen HCD-Stammspieler Daniele Paganini und Remo Gross traten schon im Januar demonstrativ wegen Wilson gar zurück.
    Mit Wilson, den neuen kanadischen Stürmern Jeff Larmer und Tom Roulsten und neuer Zuversicht startete Davos zur Auf-/Abstiegsrunde. Nach dem 4:0-Startsieg über Martigny kamen neue Hoffnungen auf. Sie wurden jedoch schnell wieder zerstört. 3:4 gegen Chur, 4:5 gegen den ZSC, 6:9 gegen Ajoie lauteten die nächsten Niederlagen. Das folgende 6:6 zu Hause gegen Chur war im Abstiegskampf ebenfalls zuwenig. Für Wilson bedeutete es die Abschiedsvorstellung in Davos. "Diese hier in der Kabine haben aufgegeben", zeigte er nach dem Match wütend Richtung Dusche und präzisierte: "Mit Ausnahme der jungen Spieler hat die ganze Mannschaft aufgegeben, vorab die Familie Sougel und Richi Bucher. Unglaublich, dass er am Schluss noch zwei Tore kassierte!" Bucher schmiss darauf seinen Bettel hin, und auch der HCD-Vorstand zog seine Konsequenzen. Er entliess Wilson fristlos. Präsident Gery Diethelm führte seine Mannschaft selber als Coach an der Bande zum 5:4-Sieg in Martigny. Das sinkende Schiff rettete er aber auch in seiner neuen Funktion nicht mehr. Zwei Tage später besiegelte der ZSC mit einem 7:2-Sieg den Davoser Abstieg.
    Die schleichende Auszehrung des Spielerkaders, die 1985 begonnen hatte, forderte endgültig ihren Tribut, zumal Diethelm aus prinzipiellen Gründen dem äusseren Abwerbungsdruck nie hatte entgegentreten wollen. Die permanente Überklassierung von Davos in den vorangegangenen Jahren hatte im Vorstand zusätzlich für ein Klima aus Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und Selbstzufriedenheit gesorgt. Kritik von aussen blieb lange ungehört, so lange, bis der Zeitpunkt zum trendkehrenden Handeln überschritten war. Die zahlreichen Spieler- und Trainerwechsel in der Abstiegssaison waren ein klares Indiz für die Zersetzungserscheinungen, die schliesslich zum kollektiven Kollaps und zur Relegation führten. Neben vielen Enttäuschungen wegen des HCD gab's für die Zuschauer in der Saison 1988/89 auch zwei sportliche Leckerbissen in der Davoser Eissporthalle. Schon vor dem Spengler-Cup ermittelten die besten europäischen Klubteams im Finalturnier des Europacupsieger. ZSKA Moskau triumphierte dabei zum 18. Mal in seiner Vereinsgeschichte. Der sowjetische Meister der mit all seinen Stars wie Kasatanow, Makarow, Larionow, Krutow, Chomutow, Bykow oder Kamensky antratt, biss sich bei seinem entscheidenden 2:1 an Tesla Pardubice beziehungsweise dessen Torhüter Dominik Hasek beinahe die Zähne aus. Auf den weiteren Plätzen beendeten Tappara Tampere und Schwedens Meister Björklöven Uema das Turnier.

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