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    Plauderbox
    Name:
    Message:
    7733 Zahl wiederholen

    30.07.2010 13:39
    ZSC
    Es lebe die Fangemeinschaft des HCD!! Wer kommt von den jungen Wilden aufgrund der Erzählungen von Ambühl noch zum Z!!!

    30.07.2010 12:55
    davos 4-ever
    zsc niana meh nuno ida nati B.

    29.07.2010 16:52
    fan83
    bla bla bla bla bla

    29.07.2010 13:02
    ZSC
    @fan83 du hast ja Niveau. Aber von einem der offenbar alles viel fürher weiss ist ja nichts anderes zu erwarten

    29.07.2010 12:52
    fan83
    @marha to back
    nur i weisses scho vill länger

    29.07.2010 12:51
    fan83
    f... y.. zsc

     
     
    Saison 1992/1993 - Aufstiegsknüller gegen Chur

    Abnützungskampf zwishcen Marcel Wick und Steve Tsujiura an der Bande.

    Ronnie Rüeger stoppt einen Oltener Stürmer, Thomas Derungs muss nicht mehr eingreifen.

    Marc Haueter fällt Markus Morf.

    Gilles Thibaudeau in Aufstiegslaune.

    Feuch-fröhliche Stimmung in der HCD-Kabine nach dem Playoff-Triumph gegen den EHC Chur.

    Eigentlich hatte der HCD die Saison 1992/93 mit dem bisherigen Trainer Lance Nethery beginnen wollen. Bereits am 19. Februar verlängerte Präsident Werner Kohler den Vertrag mit dem Kanadier um ein Jahr, weil er Kontinuität in den Klub bringen wollte. Weil später aber sowohl Andy Murray als auch Dave King dem SC Bern eine Absage erteilten und die Berner dehalb an Nethery herantraten, liess man den HCD-Trainer in die Bundesstadt ziehen. Zumindest in Davoser Donatorenkreisen war man über diesen unerwarteten Wechsel nicht unglücklich. Schliesslich hatte der HCD die Erwartungen der Geldgeber in seiner ersten Nationaliga-B-Saison nach dem Aufstieg nicht erfüllt. Die Mannschaft hatte ein klares Spielkonzept und der Coach an der Bande kurzfristig Impulse vermissen lassen. Bern übernahm nicht nur Netherys laufenden Vertrag. Zusätzlich überwies Manager Willi Vögtlin noch 7000 Franken Spesen für die Suche eines Nethery-Nachfolgers nach Davos. Kohler benötigte einen Bruchteil dieses Betrages. Er erinnerte sich seiner früheren Wunschkandidaten
    Mats Waltin. Von der A-Weltmeisterschaft in Prag telefonierte der HCD-Klubboss nach Schweden. Einige Tage später trafen sich die beiden in Zürich. Und schon nach drei Stunden war alles perfekt. Vom kanadischen zum schwedischen Eishockey lautete folglich die Philosophie an der Bande, von russischen zur kanadischen hingegen die Herkunft der neuen "Söldner". Wertvolle Impulse zur Kampfsteigerung versprach man sich von den beiden neuen Kanadiern Steve Tsujiura und Gilles Thibeaudau sowie dem Kanada-Schweizer Warren Bruetsch."Tsujiura ist für alle ein Vorbild, weil er bei jedem Einsatz während jeder Sekunde kämpft", beschrieb Marcus Theus den kleinen Kanadier."Und Thibeaudeau beeindruckt durch seine Schnelligkeit, seine läuferischen Qualitäten und sein enormes Engagement." Für Theus war aufgrund der Transfers jedenfalls schon vor dem Meisterschaftsbeginn klar, "dass wir nun zu unseren Punkten kommen werden, wenn wir kämpferisch das gleich gute Nieveau erreichen, wie es Davos im läuferischen und technischen Bereich hat."

    Der Knopf im Kopf

    Während der Vorbereitung predigte Waltin seinen Schützlingen immer wieder, das Eishockey primär harte, konzentrierte Arbeit sei - und zwar während 60 Spielminuten. All die Ratschläge vergassen seine Spieler aber im Startspiel gegen Olten, als sie nach dem ersten Drittel 3:0 führten. Schliesslich verlor Davos die Partie gegen einen der meist genannten Mitkonkurrenten auf einen der vordersten Tabellenplätze mit 4:6. Grosse Leistungsschwankungen waren auch in den nächsten Partien das Davoser "Markenzeichen". Deshalb fand sich die Mannschaft, von welcher Präsident "einen Platz unter den besten Nationaliga-B-Klubs als absolute Pflicht" gefordert hatte, nach acht Runden auf dem drittletzen Rang, bereits sechs Punkte hinter Leader Rapperswil. Waltin ortete zwar "einen Knopf im Kopf der Spieler", doch er bliebt ruhig. "Ich habe keine Angst für den HCD. Wir bleiben auf dem eingeschlagenen Weg. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Punkte noch holen werden. Wir haben einige Spiele gehabt, in denen wir unsere Torchancen viel zuwenig ausnützten. Das muss und wird sich ändern." Der Schwede zeigte sich als guter Prophet. Von den nächsten 14 Punktespielen gestaltete Davos nicht weniger als 13 siegreich! Nur bei Angstgegner Herisau verlor es zwischendurch mit 3:4. Den Anfang ihrer Siegesserie hatten die Bündner mit einem 3:1 im Rapperswiler Lido gemacht. Als Schlüsselerlebnis für die Erfolgsserie bezeichnete Waltin später allerdings nicht jenen Sieg am Zürichsee, sondern das 4:3 eine Woche später in Olten. Erst in der dritten Minute der Verlängerung gelang Thibeaudeau der Siegtreffer. "Die Scheibe kollerte, mir schlotterten die Knie. Und dann stand da noch ein grosser Torhüter vor mir. Doch mit etwas Glück habe ich den Puck doch noch hinter die Linie gebracht", schilderte der Torschütze die Entscheidung. Allein auf den Faktor Glück wollte er den Gewinn der beiden Punkte beim damaligen Tabellenführer allerdings nicht reduzieren."Anfang Saison haben wir gut gespielt, aber mit Pech verloren. Jetzt spielen wir noch konstanter." Am 21. November übernahm Davos nach einem 2:1 über Martigny erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze. Danach verloren die Bündner in Herisau und gleichzeitig die Leaderposition. Schon im nächsten Match kämpfte sich die Waltin-Truppe dank eines 8:5 gegen Rapperswil wieder an die erste Position zurück. Diese behauptete sie anschliessend bis zum Schluss des Qualifikationspensums.
    Die Aufstiegs-Playoff begannen für die Waltin-Truppe ausgesprochen harzig. Im ersten Heimspiel lag sie gegen den krassen Aussenseiter Bülach nach 21 Minuten schon mit 1:3 und nach gut 45 Minuten gar 2:5 zurück. Schliesslich retteten sich die Platzherren in einer imposanten Aufholjagd noch in die Verlängerung. Und dort traf Thibeaudeau zum 6:5. "So macht Eishockey doch erst recht Spass", atmete Trainer Waltin auf. "Diese hartumkämpfte Partie entsprach eben den Play-off-Gesetzen." Der Tatsache, dass seine Mannschaft quasi durch das Fegefeuer musste, gewann er nur gute Seiten ab: "Ich denke, dass es jedem, vor allem aber den jungen Spielern, gut tat, bis zum Letzten kämpfen zu müssen. Dies bringt jedem sehr viel Erfahrung - Erfahrung, die uns in jeder Situation wieder stärker werden lässt."

    Der glückliche Auftaktsieg löste bei den Bündnern die Nervenspannung. In den beiden nächsten Partien fertigten sie Bülach mit 8:1 und 9:0 ab. "Wir sind tot", stellte dessen Trainer Rick Alexander fest und ergänzte: "Wir werden im nächsten Match versuchen, die Saison vor unserem Heimpublikum mit Anstand zu beenden." Bülachs Spieler lösten das Versprechen ihres Coaches ein. Mit einem erknorzten 3:1-Sieg sicherte sich der HCD endgültig die Qualifikation für die entscheidende Serie gegen den Noch-Nationaliga-A-Klub-Chur.
    "Wir haben unser Saisonziel bereits erreicht; was jetzt noch folgt, ist supplement", zog Hotelier und HCD-Präsident Kohler schon vor den brisanten Derbies eine erste Bilanz. Waltin sprach indessen gegen Chur kampfbetonte, emotionsgeladene Begnungen. "In dieser prickelnden Atmosphäre wird es wichtig sein, "cool" zu bleiben und mit Kopf zu spielen." Das taten seine Schützlinge. Vor 6960 Zuschauern fegten die Davoser mit einer kompakten, starken Mannschaftsleistung den Kantonsrivalen mit 4:0 vom Eis. Je einmal trafen die beiden HCD-Kanadier Tsujiura und Thibeaudeau, dazwischen gleich zweimal Räto Schneider. Und besonders gefeiert wurde Torhüter Marino Buriola für sein Shutout.

    Noch auf der Heimfahrt schworen die Churer Spieler Revanche. Der Frust wegen der Niederlage habe sich noch gesteigert, weil er und seine Teamgefährten von den HCD-Fans "faule Sprüche" hätten anhören müssen, meinte Marcel Stocker."Einer sagte zum Beispiel, der EHC Chur sei eine Schande fürs Bündner Eishockey. Solche Aussagen, die Sprechchöre "Chur-Nati B" und natürlich auch das brutale 0:4 haben uns in unserem Stolz verletzt." Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und erstmals mit dem Russen Michail Wassiljew im Sturm empfingen die Churer den HCD zur zweiten Partie - ein Spiel, bei dem ein Krimi-Autor nicht spannender hätte Regie führen können. Bis zur 52. Minute stand es erst 1:1, wobei Markus Morf im Mitteldrittel die Churer Führung egalisiert hatte. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst brachte Axel Heim die Platzherren mit 2:1 in Front. Nur 36 Sekunden später glich Warren Bruetsch aus. 2:13 Minuten vor Spielende gelang Morf das 3:2 für Davos. 50 Sekunden vor der Schlusssirene erhielt Andrea Häller eine Fünfminutenstrafe aufgebrummt. Churs Trainer Juri Woschakow nahm seinen Torhüter Peter Martin zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Promt erzielte Heim das 3:3. Da waren noch 37 Sekunden zu spielen, und alle rechneten mit einer Verlängerung. 25 Sekunden später wurde Churs Harrijs Witolinsch auf die Strafbank geschickt. Nur vier Sekunden später stocherte Thibeaudeau auf Pass von Tsujiura die Scheibe zum Siegestor über die Linie.

    "Das waren zwei Schritte vorwärts, aber einer fehlt noch", blieb Waltin nach dem hartumkämpften 4:3 seiner Mannschaft kühl. "Meine Spieler müssen aufpassen, dass sie nicht schon an ein mögliches Aufstiegsfest denken. Jetzt sind zunächst noch einmal harte Arbeit und Spieldisziplin gefragt." Tatsächlich wehrte sich Chur ein letztes Mal mit dem Mute der Verzweiflung gegen den Abstieg, erst recht nach Gian Marco Crameris toller Einzelaktion, die Davos schon nach 94 Sekunden das 1:0 eintrug. Zu Beginn des Mitteldrittels gingen die Churer ihrerseits mit 2:1 in Führung. Tsujiura und Thibeaudeau, die den HCD während der ganzen Saison Lunge und Rückgrat waren, warten anschliessend einmal mehr mit je einem eminent wichtigen Tor auf. Witolinsch stellte noch im Mittelabschnitt erneut den Gleichstand her. Punkt 22.04 erzielte an diesem 11. März 1993 Remo Gross, der treuste und erfahrenste HCD-Spieler auf dem Eis, den goldenen Treffer zum 4:3, der seinen Klub nach vier Spielzeiten in den Niederungen der Nationaliga B und der 1. Liga in die oberste Spielklasse zurückbrachte. Die Davoser Spieler, der Trainer und Vorstand genossen den Triumph. Der Champagner floss in Strömen, sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Kabine. Noch eine halbe Stunde nach dem letzten Sirenenton wurden die Akteure von unzähligen HCD-Fans immer wieder aufs Eis skandiert. Thibaudeau lehnte die Einladung dankend ab. "Da draussen warten noch Tausende. Das ist mir zu gefährlich, die bringen uns ja beinah um", lachte er in der Kabine zu Tsujiura. Dann begaben sich die beiden Kanadier statt zurrück aufs Spielfeld vor den Spiegel um sich den Eintagebart mit Rasierschaum und Klinge zu entfernen. "Jetzt bin ich wieder da, wo ich beim HC Davos angefangen habe - in der Nationaliga A nähmlich", frohlockte währenddessen Torhüter Buriola. Und Trainer Waltin verteilte Komplimente: "Ich bin stolz auf diese Mannschaft und dankbar, dass sie während der ganzen Saison so zielstrebig gearbeitet hat." Als Aktiver hatte er früher 235 Länderspiele für Schweden bestritten und fast alles gewonnen, was im internationalen Eishockey überhaupt möglich ist. All jenen Erfolgen zum Trotz bezeichnete er den Aufstieg mit dem HCD als grösstes Erlebnis: "Als Spieler kannst du auf dem Eis die Emotionen zwischendurch ablassen, an der Bande musst du dich hingegen stets unter Kontrolle halten."

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