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    Plauderbox
    Name:
    Message:
    3011 Zahl wiederholen

    30.07.2010 13:39
    ZSC
    Es lebe die Fangemeinschaft des HCD!! Wer kommt von den jungen Wilden aufgrund der Erzählungen von Ambühl noch zum Z!!!

    30.07.2010 12:55
    davos 4-ever
    zsc niana meh nuno ida nati B.

    29.07.2010 16:52
    fan83
    bla bla bla bla bla

    29.07.2010 13:02
    ZSC
    @fan83 du hast ja Niveau. Aber von einem der offenbar alles viel fürher weiss ist ja nichts anderes zu erwarten

    29.07.2010 12:52
    fan83
    @marha to back
    nur i weisses scho vill länger

    29.07.2010 12:51
    fan83
    f... y.. zsc

     
     
    Saison 1995/1996 - Playoff-Krimi gegen Zug

    Nach nur 85 Sekunden erzielt Jan Alston gegen Bern den ersten Treffer der neuen NLA-Saison.

    Andi Näser und Gil Montandon in voller Konzentration.

    Marc Gianola gilt als sicherer Wert in der Davoser Abwehr.

    Reto von Arx ist im Frühjahr 1995 der meistumworbene Schweizer Nachwuchsspieler.

    Zugs Patrick Fischer bearbeitet Reto Stirnimann

    René Müller und Christian Weber (rechts) gewähren den Zugern Bill McDugall (links) und André Rötheli keinen Spielraum.

    Doug Honegger (links) und Ivo Rüthemann warten am Bullykreis.

    Oliver Roth (links) im Zweikampf mit dem Zuger André Künzi.

    In der Saison 1995/96 wollte der HC Davos auf dem Eis und in der Tabelle in die Offensive treten. Dieses Ziel unterstrich er mit der Verpflichtung von zwei neuen ausländischen Stürmern. Der Kanadier Jan Alston hatte seine Torgefährlichkeit zuvor beim EHC Biel und Italien demonstriert. Und der Weissrusse Andrej Kowalew brachte als Referenz den Titel eines Topskorers aus der Deutschen Eishockey-Liga nach Davos. Trainer Mats Waltin stellte von bewährten 1-3-1 Steuerungs- und Geduldspiel auf das offensivere, spektakuläre 2-1-2-Spielsytem. Promt eröffneten die Bündner die Meisterschaft mit einem Donnerschlag. Sie besiegten den SC Bern, den meistgenannten Titelaspiranten, in einer intensiven, knallhart geführten Begegnung mit 5:2 und ernteten für ihre überzeugende Leistung von den 5650 begeisterten Zuschauern eine "Standing ovation". Alston hatte nach nur 85 Sekunden die Führung und gleichzeitig den ersten NLA-Treffer der neuen Saison erzielt. Der Starteuphorie folgte jedoch die Ernüchterung auf dem Fuss. Bei Aufsteiger Lausanne setzte es für Davos eine 3:5-Pleite ab. Nach elf Minuten lagen die Gäste bereits mit 0:3 zurück, ehe sie vergeblich begannen, das Gehäuse des Liganeulings zu bestürmen. Vier Tage später wiederholte sich das selbe Elend. Erneut verschliefen die Waltin-Schützlinge den Spielbeginn. Schon nach 0:52 Minuten stand der 3:0-Endstand für Gastgeber Ambri fest. Drei von vier Schüssen habe er passieren lassen, kritisierte der HCD-Trainer seinen Goalie Nando Wieser."Wenn an keine Tore schiesst, kann man auch nicht gewinnen", konterte der Torhüter. Damals, Ende September, ahnte noch niemand, dass sich die Auswärtsmisere wie ein roter Faden durch die ganze Saison ziehen sollte. Obwohl Waltin zum 1-3-1-System zurückkehrte, verliessen die Bündner fremde Eisfelder nur dreimal als Sieger; zweimal das Zürcher Hallenstadion und einmal die Patinoire de Malley nach einem erknorzten 4:3-Erfolg beim deutlich abgeschlagenen Tabellenletzten Lausanne.

    Kurzes Gastspiel von Andrej Kowalew

    Der erste Auswärtserfolg wurde erst am 17. November mit einem 5:3 über den ZSC Tatsache - obwohl Davos mit Alston als einzigem Ausländer spielte. Schon drei Wochen zuvor hatte der HCD Kowalew zu Krefeld nach Deutschland abgeschoben. Dem Weissrussen war es nicht gelungen, sich in die Davoser Mannschaft zu integrieren. In der Kabine blieb er stumm wie ein Fisch und auf dem Eis blass wie eine graue Maus. Die sensible Tormaschine kam beim HCD nicht auf Touren. Ganze dreimal traf er in der Meisterschaft - zuwenig für einen ausschliesslich offensiv orientierten Stürmer, dem Defensivaufgaben ein Greuel waren. Kowalew wird nachgesagt, er habe Nando Wieser gar nicht gekannt, weil der den Torhüter auf dem Eis nie aus der Nähe gesehen habe. Die Suche eines Nachfolgers gestaltete sich mitten in der Saison schwierig. Fündig wurde der HCD in Norddeutschland beim maroden EC Hannover, Kevin LaVallee erwies sich aber auch nicht als die erhoffte Verstärkung.

    Waltin zog Konsequenzen

    Die Ausländer- sowie Auswärtsprobleme waren die beiden gewichtigsten Gründe für die mangelnde Leistungskonstanz. Statt einer sorgenfreien Saison mit einem schielenden Auge auf die Ranglistenspitze musste der HCD lange Zeit nur knapp über dem Tabellenstrich herumturnen. Diese Situation führte zu Nervosität im Umfeld und zunehmender Kritik der Besserwisser. Mats Waltin zog die Konsequenzen. Schon am 11. Januar eröffnete der Trainer den überraschten Spielern in der Kabine, dass er seinen bis im Frühling 1997 unterzeichneten Vertrag bereits Ende der laufenden Saison vorzeitig auflösen werde."Ich glaube, dass ich für die Saison 1996/97 nicht mehr der richtige Trainer für den HCD bin", begründete er seine Entscheidung. Viele Spieler erschraken. Gleichzeitig brachten sie für den Schweden Verständnis auf. "Waltin möchte die Hetzjagd gegen ihn nicht mehr länger ertragen", mutmasste Samuel Balmer. Der HCD-Vorstand handelt rasch und verpflichtete schon in der folgenden Woche den Engadiner Arno del Curto als Trainer für die nächsten beiden Saisons. Die Mannschaft reagierte, indem sie Waltin nicht im Stich liess und sich am Ende der ausgeglichensten Meisterschaft aller Zeiten doch noch sicher für die Play-off-Viertelfinals qualifizierte. Auf dem Weg dorthin spielten die Davoser ihre Heimstärke aus. In der heimischen Eissporthalle erwiesen sich die Bündner als Macht. Sie sicherten sich zu Hause in 18 Partien 28 Punkte, mehr als jede andere Mannschaft. Nur zweimal verliessen sie das eigene Eis als Verlierer; einmal gegen den ZSC, wobei den Gästen der entscheidende Treffer erst drei Sekunden vor Ablauf der Verlängerung gelang, sowie im ersten Match im neuen Jahr nach einer desolaten Leistung gegen Zug mit einer 3:6-Blamage.

    Schwerer Unfall von Pat Schafhauser

    Ein schwerer Unfall überschattete am 5. Dezember den 5:3-Erfolg des HCD gegen Lugano. In der 51. Minute checkten sich Oliver Roth und der Tessiner Verteidiger Pat Schafhauser gegenseitig in einem Laufduell einige Meter von der Bande. Der Luganesi stolperte und prallte kopfvoran in die Bande. Schafhauser blieb mit einer Querschnittlähmung regungslos auf dem Eis liegen. Die ganze geschockte Schweizer Szene stellte sich die Frage, ob unser Eishockey zu brutal sei. Die Videobilder bewiesen aber unmissverständlich, dass dem Zwischenfall kein Foul von Roth vorausgegangen war, dass es sich um einen tragischen Unfall handelte. Kein Glück bescherten dem HCD während der ganzen Saison die Overtime-Situationen. In den 36 Qualifikationsbegegnungen mussten die Bündner elfmal in die Verlängerung. Mangels Reissertypen im Team entschieden sie keine einzige zu ihren Gunsten.

    Neunmal blieb es beim Unentschieden. In Zug und wie erwähnt zu Hausen gegen den ZSC zogen die Davoser den kürzeren. Eine entscheidende Rolle spielten Verlängerungen anschliessend auch in der hochklassigen und packenden Play-off-Serie gegen den EV Zug. Punktegleich hatten die Innerschweizer und Davos die Qualifikation auf den Rängen vier und fün beendet und die Bündner damit ihr erstes Saisonziel, die Play-off mit einem Heimspiel beginnen zu können, verpasst. 2:2 lautete der Spielstand nach 60 Minuten im ersten Play-off-Match. Der kanadische Verteidiger Brian Fogarty, der nach dem verletzungsbedigten Ausfall von Marc Gianola kurzfristig verpflichtet worden war, hatte die Davoser mit einer Einzelaktion in Führung gebracht, Beat Equilino den 1:2-Rückstand im Mittelabschnitt kompensiert. In der Verlängerung beendete Zugs Misko Antisin mit einem erfolgreichen Weitschuss nach nur 36 Sekunden die Partie. "Kampfgeist, Bereitschaft und Spieldisziplin haben gestimmt - nur das Resultat nicht", analysierte Waltin die Partie.
    Zwei Tage später traten die Davoser zur Revanche an. Nach Gian Marco Crameris 1:0 zogen die Gäste vorerst auf 3:1 davon. Roth und LaVallee machten im zweiten Drittel den Rückstand wett. Beim Unentschieden blieb es bis zur Schlussminute. Erst 55 Sekunden vor Spielende ebnete Samuel Balmer, der treffsicherte Verteidiger in der ganzen Nationaliga A, mit einem Weitschussknaller den Bündnern den Weg zum Sieg. "Einige im Training oft geübte Situation", kommentierte der Torschütze das 4:3. "Christian Weber spielte die Scheibe zu mir an die blaue Linie zurück. Ich lief in die Mitte. Gleichzeitig blockierten meine Mitspieler die Gegner ab, womit ich freie Schussbahn erhielt." Nur noch eine Zugabe bedeutete darauf LaVallees zweiter Treffer zum 5:3-Schlussresultat ins leere Zuger Tor.

    Bezüglich Spannung und Dramatik brachte der dritte Match gar noch eine Steigerung. Die Zuger nutzten kapitale individuelle Fehler der Davoser vorerst zu einer 3:1- und später zu einer 5:3-Führung. Dank einer glänzenden Moral kamen die Bündner aber wieder heran. In Unterzahl glich Dan Hodgson in der 56. Minute zum 6:6 aus. <<Da ist selbst ein Hitchcock-Krimi ein Dreck dagegen>>, kommentierte einer der begeisternden Zuschauer in der ausverkauften Zuger Herti-Halle. Equilino und LaVallee vergaben in der Verlängerung die besten Davoser Chancen. Das rächte sich: Ein von Collin Muller abgelenkter Schuss Antisins bescherte nach 77:43 Spielminuten dem EV Zug den 7:6-Erfolg und Davos den "plötzlichen Tod." Selbst durch dieses brutale Verdikt liessen sich die Davoser nicht unterkriegen. Dank den Treffern von Hodgson, Alston und Reto Stirnimann gewannen sie die vierte Begegnung zu Hause mit 3:2 und erzwangen einen fünften Match in Zug. Dort nutzten Steve Aebersold und Ken Yaremchuk, der schon Anfang Februar für die nächste Saison bei Davos unterschrieben hatte, die Überlegenheit des Platzklubs im Startdrittel u einer 2:0-Führung. Die Bündner reagierten beeindruckend. Innert 72 Sekunden stellten Balmer im Powerplay und Andi Näser den Gleichstand her. Gegen die nun deroutierten Platzherren verpasste Davos in der Folge gar die Entscheidung. Stattdessen nutzte Muller in der 51. Minute eine Überzahlgelgenheit zum glücklichen Zuger 3:2-Sieg.
    Totenstille herrschte nach dem Spiel in der Davoser Kabine. Die Enttäuschung sass tief. Zum drittenmal in Serie scheiterte der HCD in den Play-off-Viertelfinals. "Wir waren nicht schlechter als Zug, nutzten aber unsere Torchancen zuwenig und hatten zudem kein Glück", sagte Mats Waltin traurig. "Dieses Ausscheiden tut besonders weh. Die Davoser Spieler hätten alleine schon wegen ihrer seriösen Arbeistsauffassung den Einzug in die Halbfinals verdient", blickte der Schwede an seinem letzten Arbeitstag auf seine vierjährige Tätigkeit beim HCD zurück."Die Moral der Mannschaft war sowohl in den Trainings als auch in den Spielen fast immer gut, die Trainingsdisziplin geradezu sehr gut. Deshalb hatten wir nie schlechte Trainings und ich bin immer mit Freude in die Eishalle gegangen. Die Einstellung der Spieler war stets sehr lobenswert, besser als in andern Klubs, mit denen ich vergleichen kann. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich das Play-off-Pech vom HCD abwenden wird. Bei Davos gibt es eine junge Spielergeneration mit einer vielversprechenden Zukunft."

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