Sandro Rizzi ist die Hockey-Antwort auf "Willi, die Kampfsau."
Er kann eigentlich mehr als nur den Gegentreffer neutralisieren.
Erwarte aber nicht, dass er sein persönliches Ego plötzlich vor das Wohl der Mannschaft stellt.
Sandro Rizzi ist die Hockey-Antwort auf den Fussballer Marc Wilmots, der in den 1990er Jahren auf Schalke zur Kultfigur wurde. Seine leidenschaftliche Spielweise und unermüdliche Kampfkraft trugen dem Belgier den Spitznamen «Willi, die Kampfsau» ein. «Sandro, die Kampfsau» ist ein tragendes Element des HC Davos. Der Wert des schlausten und vielleicht besten Defensivcenters mit Schweizer Pass lässt sich nicht anhand von Toren und Assists messen. Die abgelaufene Meisterschaft ist das beste Beispiel dafür: Zum zweiten Mal in neun kompletten Saisons für den HC Davos blieb er in der Quali unter zehn Punkten. War Rizzi also ausser Form? Nein. Sonst hätte er im Playoff kaum eine neue persönliche Bestmarke (7 Punkte) aufstellen können. Rizzi zeichnet sich darin aus, dass er in jeder HCD-Linie gegen jeden Block des Gegners spielen kann. Mit seiner Gabe, eine Spielentwicklung vorausahnen zu können, ist er dazu fähig, den Starstürmer des Gegners wirkungslos und unschädlich zu machen. In dieser Aufgabe geht der Teamplayer völlig auf, für diese Aufgabe stellt er sein Ego und die Umsetzung seines Offensivpotenzil als zurück. Denn wer Spielintelligenz besitzt, hat auch offensiv was drauf. Kommt dazu, dass Rizzi über einen knallharten Schleppschuss verfügt. HCD-Goalie Jonas Hiller kann von Rizzis Abschlussqualitäten ein Liedchen singen. Im Training haut er die Pucks reihenweise ins Netz. Würde Rizzi seine Rolle nur ein bisschen offensiver interpretieren, wäre er mit Sicherheit ein 20-Punkte-Stürmer. Aber sobald er den Matchdress überstreift, denkt er nur an die defensive Sicherheit - und damit an das Wohl der Mannschaft.
Quelle, "EISHOCKEY-STARS 2007" |