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    Plauderbox
    Name:
    Message:
    1419 Zahl wiederholen

    30.07.2010 13:39
    ZSC
    Es lebe die Fangemeinschaft des HCD!! Wer kommt von den jungen Wilden aufgrund der Erzählungen von Ambühl noch zum Z!!!

    30.07.2010 12:55
    davos 4-ever
    zsc niana meh nuno ida nati B.

    29.07.2010 16:52
    fan83
    bla bla bla bla bla

    29.07.2010 13:02
    ZSC
    @fan83 du hast ja Niveau. Aber von einem der offenbar alles viel fürher weiss ist ja nichts anderes zu erwarten

    29.07.2010 12:52
    fan83
    @marha to back
    nur i weisses scho vill länger

    29.07.2010 12:51
    fan83
    f... y.. zsc

     
     
    Werner Kohler - Der erste Unterländer als HCD-Boss

    Werner Kohler verabschiedet Jacques Soguel aus dem Fanionteam.

    Der HCD-Präsident erklärt seine Klubphilosophie.

    Schlitzohr Werner Kohler und Manager Erich Wüthrich hecken einen Plan aus.


    Werner Kohler kümmert sich am Phototermin persönlich um die Details.

    Treue Helfer im Hintergrund: Materialwart Paul Berri (links) und Physiotherapeut Cees Bleeker.

    Einen umgänglicheren, aber ebenfalls zielstrebigen Stil pflegte Diethelms Nachfolger Werner Kohler, ein diplomierter Bäcker und Konditormeister aus Luzern. Er spielte nie Eishockey, stand selber kaum einmal auf den Schlittschuhen, und für seine Davoser Gastronomiekarriere übte er zehn Jahre lang im aargauischen Bremgarten im "Café Rex". 1981 kam Kohler nach Davos, wo er Besitzer des Hotels "Dischma" und "Bristol" ist. Weil er sich wohl und von den Einheimischen gut aufgenommen fühlte, wollte er nach einigen Jahren ein Zeichen setzen und sich am Ort entweder in der Politik oder im Sport engagieren. Der Zufall brache ihn mit HCD-Präsident Diethelm in Kontakt. Als Kämpfernatur bejahte er die Herausforderung beim darbelnden HC Davos. Solche Qualitäten waren zu Beginn von Kohlers Präsidentenlaufbahn ganz besonders gefragt. Und wenn er gewusst hätte, was bezüglich finanziellen und sportlichen Problemen auf ihn zukäme, hätte er sich die Sache vielleicht doch noch einmal gut überlegt, meint er im nachhinein.

    Den Fall des HCD in die Nationaliga B beobachete Kohler als Aussenstehender auf der Tribüne in der Ajoie und in Martigny "Es war verrückt, dass Davos damals mit so viel klingenden Spielernamen in den sauren Apfel des Abstiegs beissen musste", wurmt es ihn noch heute. Die Augen gingen dem Innerschweizer aber erst in den folgenden Monaten so richtig auf. In der Klubkasse offenbarte sich ein Loch von 1,2 Millionen Franken. Und nach dem Ausverkauf des Kaders reichte die sportliche Substanz nicht einmal mehr zum Bestehen in der zweitobersten Spielklasse. Entsprechend kläglich war der Auftritt des HCD am Spengler-Cup 1989 trotz Verpflichtung zahlreicher ausländischer Spieler. Das schwache Abschneiden führte zu vehementer Reaktion der "Davoser Eisheiligen", jener Leute, die stets kritisierten, aber nicht bereit waren, im Klub eine Funktion und damit Verantwortung zu übernehmen. Einflussreiche Leute auf Davos glaubten damals, dass es das Beste wäre, das Spitzeneishockey in Davos sterben zu lassen. Der Frust von blinden HCD-Fanatikern entlud sich in einem Flugblatt gegen den amtierenden Klubvorstand. In Kohlers weissen Mercedes wurden nicht druckreife Ausdrücke eingekratzt. Und selbst ein ehemaliges Vorstandsmitglied fuhr in einem Brief an den Präsidenten mit scharfem Geschütz auf: "Sie haben, als zugezogener Luzerner, rund um die Davoser Eishockeyszene sehr viel zerstört: Abstieg in die Amateurklasse (was für eine Schande!). Der Spengler-Cup ist in der Tat in Gefahr. Nicht zuletzt haben Sie dem Sportort Davos schwer geschadet." Harte Zeiten seien es damals gewesen, erinnert sich Kohler. Dass der Traditionsklub fast keine Akzeptanz mehr fand, störte ihn weit mehr als die Tatsache, dass er plötzlich als Eishockey-"Nobody" vielfach nur mitleidig belächelt wurde. Er lernte schnell und viel in seiner neuen Aufgabe. Das Abenteuer 1. Liga wurde unter seinem Regime bedeutend professioneller angepackt als die vorangegangene Nationaliga-B-Saison. Kohler holte Lance Nethery als neuen Trainer. Der Präsident sicherte sich die Zusage langjähriger Davoser-Teamstützen zum Weitermachen. Zudem investierte der Klub Geld in neue Spieler. Erstmals seit den Meisterzeiten in den achziger Jahren trat der Klub wieder in die Offensive. Kohler der "Macher", war unmissverständlich bereit, für spätere Ernten erst einmal zu investieren. Selbst n der 1. Liga operierte der HCD mit einem Budget von über einer Million Franken. Möglich war dieser finanzielle Kraftakt nur dank des Spengler-Cups. Die Einnahmen aus diesem Turnier erlaubten dem Klub nicht nur das ausgeglichene Gestalten des Vereinshaushaltes, sondern darüber hinaus noch den Abbau der Altlasten. Mit der Rückkehr in die Nationaliga B konnte Kohler den Klub schuldenfrei präsentieren.

    Der gewiefte Geschäftsmann

    Damit war der Ehrgeiz des Präsidenten allerdings nicht gestillt. Als gewiefter Geschäftsmann erkannte er rasch, dass die zweitoberste Spielklasse für den HCD nur Durchgangstation sein durfte. Dem Teufelskreis der Nationaliga B mit hohen Kosten und geringen Werbeeinnahmen wollte er möglichst rasch entrinnen. Die sportliche Basis schaffte er mit der Verpflichtung von Mats Waltin, den Kohler schon seit dessen Zuger Zeit "im Hinterkopf" hatte. Im Sponsoring ergaben sich für den Hotelier nach dem Aufstieg des HCD in die Nationaliga zusätzlich zum Spengler-Cup und den treuen einheimischen Geldgebern wie den "Parsenn-Bahnen" und der "Sumi Elekrto AG" dank der Fernsehpräsenz in der Meisterschaft vielversprechende Perspektiven. Davos sei auf nationaler Ebene ein Name, der in Wirtschaftskreisen aufhorchen lasse, mit Bezug aufs Eishockey vielleicht gar nicht der beste, sagt Kohler. Kein anderer Ort könne gewisse Sponsoren eine gleich gute Plattform bieten: Für die Allradautos Subaru zum Beispiel verbindet Davos Gedanken zu Bergen und Schnee, für "Spiess" und "Emmi" Affinitäten zu gesunder Landschaft und Milchprodukten. Bekannt ist zudem allen Sponsoren, dass kein anderer Schweizer Eishockeyklub landesweit auf eine so grosse und treue Anhängerschaft zählen kann.
    Seine reichhaltigen Erfahrungen hat Kohler in den letzten Jahren auch versucht, in Visionen der gesamten Nationaliga einzubringen. Die Kostenexplosion führte dazu, dass ein sportlicher Abstieg aus der obersten Spielklasse meist gleichbedeutend mit einer finanziellen Bankrotterklärung war. Für Sierre, Ajoie, Chur oder auch Biel türmte sich nach der Relegation ein problemgeladener Schuldenberg, der für all diese Klubs die Existenz arg in Frage stellte. Diese unbefriedigende Situation war für Kohler Anlass, die Alarmglocken schrillen zu lassen. Er ist ein eifriger Befürworter einer professionell gestalteten Eliteliga ohne direkten Absteiger. Eine gewisse Durchlässigkeit hängt für ihn von konkreten Bedingungen ab."Ein Aufstieg darf künftig nicht nur von sportlichen Kriterien abhängen, auch finanzielle Voraussetzungen müssen erfüllt werden", lautet sein Credo."<Sonst wagen sich Klubs in unverantwortlicher Weise aufs hohe Seil, die dann bald einmal um so tiefer abstürzen." Die Stunden und Tage, die er zum Wiederaufbau und zur Konsolidierung des HC Davos sowie für die Nationaliga-Sitzungen aufgewendet hat, hat Kohler nie gezählt. Teilweise opferte er bis zu 80 Prozent seiner Zeit nicht mehr seinen Hotels, sondern dem Eishockeyklub. Jahrelang stand er praktisch auch bei jedem Match am Spielfeldrand. Gegen aussen verriet er selten grosse Emotionen, bei Rückschlägen litt aber wohl keiner mehr als der Macher des neuen HCD-Aufschwungs.

    Inzwischen sieht man den Präsidenten weniger oft an der Bande. Der nervliche Stress hat an seiner Gesundheit genagt. Kohler ist zur Überzeugung gelangt, dass er dem Klub und auch der Mannschaft während eines Spiels ohnehin nicht helfen kann. Dann ist der Stab der qualifizierten Fachleute gefordert, die der Klubboss im Laufe der Zeit beid er Professionalisierung des ganzen Vereins mit einer entsprechenden Strukturgebung engagiert hat. Die Zügel führt er vermehrt, aber genau so sicher, aus dem Hintergrund. Für die Frontarbeit ist seit Herbst 1995 Erich Wüthrich verantwortlich. Der frühere Direktor des Schweizerischen Eishockey-Verbandes kennt die Szene. Er leistet jetzt vermehrt die Knochenarbeit, die vorher auch noch auf den Schultern des Präsidenten lastete. Kohler plant über die eigene Nasenspitze hinaus. Das Werk HC Davos, dem er zu neuer Blüte verholfen hat, soll nicht wie ein Kartenhaus zusammenfallen, wenn er die Verantwortung einmal weitergibt.

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